SOPHIE TAEUBER-ARP - BIOGRAPHIE
1889 - 1929
Sophie Henriette Gertrud Taeuber wird am 19. Januar 1889 in Davos-Platz geboren. Von 1904 bis 1907 besucht sie die Stauffacher-Schule und die Zeichnungsschule des Industrie- und Gewerbemuseums in St. Gallen. 1910 beginnt sie das Studium an den Lehr- und Versuchsateliers für angewandte und freie Kunst in München, das sie 1914 nach einem Semester an der Kunstgewerbeschule in Hamburg beendet. 1915 tritt sie dem Schweizerischen Werkbund bei. Am 5. Mai 1916 übernimmt sie die Leitung der Textilklasse an der Kunstgewerbeschule in Zürich. 1918 wird sie Mitglied der Künstlervereinigung Das Neue Leben. Für die Neufassung des Stücks König Hirsch von Carlo Gozzi entwirft sie Bühnenbilder und Marionetten. Am 20. Oktober 1922 heiratet sie Hans Arp. 1925 wird sie zum Jurymitglied der Schweizer Sektion der Exposition Internationale des Arts Decoratifs et Industriels in Paris berufen. Ihre Arbeiten werden prämiert und in der Ausstellung International Exhibition of Modern Tapestries in Toledo,gezeigt.
1926 werden Sophie Taeuber-Arp und Hans Arp französische Staatsbürger. Durch die Bekanntschaft mit den Gebrüdern Horn erhält Sophie Taeuber-Arp in Straßburg Aufträge zur innenarchitektonischen Gestaltung verschiedener Häuser, darunter der Auftrag zur Neugestaltung der Aubette. Sie bittet Hans Arp und Theo van Doesburg um ihre Mitarbeit bei diesem Großprojekt. In Clamart, vormals Meudon, bei Paris läßt sie nach eigenen Entwürfen ein Atelier- und Wohnhaus bauen. 1929 gibt Sophie Taeuber-Arp ihre Lehrtätigkeit auf und zieht endgültig nach Frankreich. Mit Marcel-Eugéne Cahen erhält sie den Auftrag zum Umbau und zur Neueinrichtung der Pariser Galerie Goemans.
1930 - 1943
Sie knüpft Kontakte zur Künstlergruppe Cercle et Carré und nimmt an deren Ausstellungen teil. 1931 tritt sie der Vereinigung Abstraction-Création bei. Den Künstlerfreunden Theodor und Woty Werner richtet sie deren Pariser Wohnung ein. 1932 tritt sie aus dem Schweizerischen Werkbund aus. Auf Vermittlung von Jan Brzekowski besucht Sophie Taeuber-Arp das Museum Sztuki in Lodz. Es kommt zu einem kreativen Austausch zwischen der Avantgardegruppe a.r.dort und Abstraction-Création in Paris. Sie beteiligt sich an mehreren Gruppenausstellungen wie Artistes Suisses in der Galerie Vavin und in der Berner Kunsthalle mit Hans Arp, Kurt Seligmann, Hans Schiess und anderen. 1935 gestaltet sie das Layout für Anatole Jakovskis Buch Hans Erni, Hans Schiess, Kurt Seligmann, S. H. Taeuber-Arp, Gerard Vulliamy. Theodor und Woty Werner vermitteln ihr den Auftrag zur Inneneinrichtung der Berliner Wohnung des Bauhausprofessors Ludwig Hilberseimer. Sie ist in der AusstellungThese, Antithese, Synthese im Kunstmuseum Luzern vetreten und 1936 im Kunsthaus Zürich in der Ausstellung Zeitprobleme in der Schweizer Malerei und Plastik. Zugleich nimmt sie an der Konstruktivisten-Ausstellung in der Kunsthalle Basel teil. Gemeinsam mit César Domela, A. E. Gallatin und L. K. Morris gründet sie 1937 die internationale Kunstzeitschrift Plastique. 1937 tritt sie der Schweizer Künstlergruppe Allianz bei.
1938 stellt sie in Paris bei der Exposition internationale du Surréalisme und in London der Exposition of Contemporary Sculpture aus. Sie illustriert den Gedichtband Muscheln und Schirme von Hans Arp. 1941 flieht das Ehepaar Arp vor deutschen Truppen nach Grasse zu Alberto und Susi Magnelli. Dort entstehen in gemeinschaftlicher Arbeit mit Arp, Sonia Delaunay und Magnelli Zeichnungen, die 1950 in einer Auswahl veröffentlicht werden. Im Juni 1941 resien sie erstmals für einen befristeten Erholungsurlaub zur Familie von Sophie Taeuber-Arp in die Schweiz. Im November 1942 erhalten sie erneut diese Möglichkeit.
Sophie Taeuber-Arp stirbt am 13. Januar 1943 an einer Kohlenmonoxidvergiftung in Zürich.